Lange Zahlungszyklen

Firmen zahlen die offenen Rechnungen üblicherweise nicht genau per Ende der Zahlungsfrist, sondern jeweils in ihrem eigenen Zahlungszyklus. Konkret bedeutet dies, dass sie die Rechnungen sammeln und in einem «Aufwisch» (auch Zahlungslauf genannt) bezahlen. Das heisst, sobald die Zahlungsfrist der Rechnung abgelaufen ist, wird sie zur Bezahlung freigegeben und im nächsten Zahlungszyklus per Sammelzahlung beglichen.

Das Problem hierbei ist, dass der Verkäufer seinen Kunden zusätzlich eine Zahlungsfrist einräumt. Und er ist darauf angewiesen, dass sie innerhalb dieser Zeitspanne bezahlt wird, um seine Liquidität nicht zu gefährden. Die Dauer der Zahlungsfrist hängt dabei unter anderem ab von der Kundenbeziehung (Grosskunde, langjähriger Kunde, Neukunde) und dem gerade getätigten Geschäft (einmalige Dienstleistung, Grossauftrag, usw.).
Auch wenn die Zahlungsfrist gesetzlich nicht geregelt ist (dazu siehe das Schweizer Obligationenrecht), sind 30 Tage in der Schweiz üblich. Doch sie kann auch stark davon abweichen (zum Beispiel von 10 Tagen bis zu 120 Tage).

Was ist der Sinn bei der Zahlungsfrist?

Wie lange man als Kunde Zeit hat, eine Rechnung zu bezahlen, vereinbart man stets beim Abschluss des Vertrages.

Dabei möchte der Verkäufer seinerseits eine möglichst kurze Zahlungsfrist durchsetzen. Denn somit verfügt er rascher über die liquiden Mittel, um neue Geschäfte zu tätigen.
Der Kunde hingegen ist interessiert, möglichst spät zu zahlen. So kommt er nämlich zu einem kostenlosen Kredit in der Höhe des Werts des Vertragsgegenstandes und kann diesen derweil quasi kostenlos nutzen.

Bei Vertragsverhandlungen ist wichtig, dass die Vertragsparteien die Zahlungsfrist akzeptieren, damit es zum Vertragsabschluss kommt. Gerade Vertragsverhandlungen mit grossen Volumen scheitern nicht selten am Aspekt der Zahlungsfrist.

Was bezweckt der Zahlungszyklus?

Firmen setzen beispielsweise auf monatliche Sammelüberweisungen, nicht nur um ihre administrativen Kosten zu senken, sondern auch, unter anderem um die eigene Liquidität besser steuern zu können.

So kann es für grössere Unternehmen oder internationale Grossfirmen durchaus Sinn machen, einen Zahlungszyklus von zwei mal 30 Tagen durchzusetzen.
Das heisst, dass Rechnungen, deren Zahlungsfrist abgelaufen ist, in den übernächsten Zahlungslauf gegeben werden.

Rasche Liquidität

Wie kommt eine Firma zu rascher Liquidität, wenn sie bei einer Grossbestellung nicht nur eine Zahlungsfrist von beispielsweise 90 Tagen vereinbaren musste? Sondern sie darüber hinaus damit rechnen muss, dass ihre Rechnung wegen der Sammelzahlung des Kunden erst in 145 Tagen beglichen wird?

Mit der sogenannten Forderungsbevorschussung bringt die Firma bestehende Forderungen bis zu einer bestimmten Summe als Sicherheit ein. Im Gegenzug erhält die Firma innert weniger Tage die gewünschte Liquidität.

Beispiel aus der Praxis

Die Firma MusterTurbinen AG hat dem Grosskunden MusterElektro AG Turbinen im Wert von CHF 3’500’000 und der Firma MusterKraftwerk Ltd. Bestandteile im Wert von CHF 3’200’000 geliefert. Total verfügt die MusterTurbinen AG also über Ausstände in der Höhe von CHF 6’700’000.

Die MusterTurbinen AG möchte ihre Liquidität rasch erhöhen. Damit erhält sie ausreichende Liquidität für weitere Investitionen und Geschäfte. Also bringt sie einen Teil ihrer Ausstände – konkret CHF 4’500’000 – als Sicherheit ein und erhält von der MusterInvest GmbH ein laufendes Darlehen in der Höhe von CHF 3’750’000.

Die MusterTurbinen AG kann nun für die MusterStrom AG produzieren und stellt Rechnung in der Höhe von CHF 4’500’000.

Nachdem die MusterElektro AG ihre Rechnung bezahlt, bringt die MusterTurbinen AG ihre Rechnung an die MusterStrom AG als Sicherheit ein und ersetzt die beglichene Rechnung, die als Sicherung des gewährten Darlehens nicht mehr zur Verfügung steht.
Der MusterInvest GmbH stehen nun Sicherheiten in der Höhe von CHF 7’700’000 (CHF 3’200’000 der MusterKraftwerk Ltd. und CHF 4’500’000 der MusterStrom AG) zur Verfügung.

Auf diese Weise erhält die MusterTurbinen AG dauerhaft Liquidität von CHF 3’750’000 und kann längerfristig mit diesem Betrag planen. Die Hinterlegung der neuen Rechnungen zur Sicherung der zur Verfügung gestellten Liquidität erfolgt dabei rollierend. Dabei kann die Höhe des Darlehens den aktuellen Bedürfnissen entsprechend angepasst werden.

Finanzieren wir Firmen, die mit langen Zahlungszyklen kämpfen?

Ja, wir von kmu-liquiditaet.ch finanzieren Firmen, deren Kunden lange Zahlungszyklen durchsetzen, mit unserer Forderungsbevorschussung. Dies ist unser Kerngeschäft, und gerne zeigen wir Ihnen auf, was das für Ihre Firma bedeuten könnte.

Übernehmen wir auch das Ausfallrisiko mit unseren Finanzierungen?

Auch wenn unser Kerngeschäft die Verbesserung der Liquidität von KMU ist, übernehmen wir das Ausfallrisiko von Forderungen nicht. Sowohl unsere Forderungsbevorschussung als auch unsere Überbrückungsfinanzierung beschränken sich darauf, rasch Liquidität in einem festgelegten Umfang zur Verfügung zu stellen.
Mit unserer Dienstleistung erhalten die KMU das Geld in der Regel innerhalb weniger Tage, und unsere Verträge sind mittelfristig orientiert und werden durch rollierende Hinterlegung offener Rechnungen gesichert.

Ausfallrisiko Forderung

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